Saalbach, X-Line

Saalbach Airtime – lässig durch die Luft

Ob Geschwindigkeit für Einsteiger, Airtime für Fortgeschrittene, spezielle Trainingsmöglichkeiten für Pros oder einfach nur als Alternativ-Programm zu techniklastigen Spitzkehren– und Wurzel-Trails, die mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit gefahren werden. Saalbach hat da für Freerider so einiges zu bieten.

Line-Charakteristik:

Denn zum Geschwindigkeitsaufbau und nicht nur für die ersten Hüpfer eignen sich Saalbach’s Freeride-Lines hervorragend. Zum Einstieg in die Milkaline mit Anlegern, schönen Bodenwellen und kleinen Jumps, gefolgt von der etwas ruppigeren Blueline. Die Z-line wartete zusätzlich mit spektakulären Wallrides auf und für die Mutigen und Konditionsstarken empfiehlt sich die wilde X-Line mit wechselnden Untergründen und hohen Drops. Schokolade gibt’s dann in der Proline, denn dort findet man tolle Steilkurven, Tables und gache Northshore Elemente. Etwas Kritik muss aber trotzdem sein: in fast allen Lines trifft man auf ruppige Brems-Rattermarken, die bei hohen Geschwindigkeiten ziemlich auf die Handgelenke durchschlagen. Da wäre etwas mehr Pflege angebracht.

Lift:

Alle Freeride-Lines sind komfortabel direkt aus der Gondel heraus zu erreichen und dank Jokercard gibt’s Tiefenmeter satt, soviel wie Oberschenkel und Unterarme vertragen. Die Saalbacher Top Ten der Lines findet man hier. Den Abstecher nach Leogang hab ich mir allerdings gespart, da der Wurzeltrail als Verbindung stets bergauf verläuft, wie doof!

Highlight:

Das absolute Trail-Schmankerl aber ist der Hacklberg Trail, der durch eine kurze Schiebestrecke zum Schattberg West-Gipfel erreicht wird. Als ausgesprochen flowiger Naturtrail, aufgepimpt mit feinen Geländekanten zum Abheben und Anlegern in allen Variationen zieht er sich westseitig über mehr als 1.000 tm runter nach Hinterglemm, a Traum!

Focus:

Im Besonderen sind die Saalbacher Lines geshapte Freeride-Lines und auf Geschwindigkeit ausgelegt. Wer in Saalbach Spass haben will muss deshalb schnell fahren, abheben, das Bike für den nötigen Kurven-Grip auf die Seitenstollen stellen und dabei ständig in unterschiedlichen Positionen überm Bike balanciernen. Erst beim schnellen Durchfahren der Bodenwellen, Kicker, Tables, Anleger und Steilwandkurven wirken Schwer- und Fliehkräfte, die dann den gewünschten Fahrspaß erzeugen.

Bis man allerdings die einfache Milkaline oder den Hacklbergtrail mit 50-60 km/h beherrscht, dauert es ein bischen. Das wäre ungefähr auch die Geschwindigkeit, die man für die Tables in der Proline braucht. Wer da in Stolpergeschwindigkeit ankommt, wird’s nicht mal bis zur Tischkante schaffen.

Aber genau dafür unterstützen in Saalbach die Bahnen. Die Gondelei erspart Uphill-Kräfte und erlaubt Erhohlungsphasen. Im Downhill kann man deshalb nach Lust und Laune Gas geben und entsprechende Skills aufbauen. Dabei braucht man auch keine Angst davor zu haben, gleich irgend a Haustier oder an Wanderdackel zu überfahren.

Sonstiges:

Spitzkehren gibt’s in den Freeride-Lines keine, Saalbach is zum Gas geben, Shredden, Springen, Spielen und Grenzen ausloten. Die Jokercard gibt’s bei Übernachtung sogar gratis dazu. Wartezeiten wie im Winter gibt es keine, a Bikewash wird an jeder Talstation angeboten. Den eher technischen Bergstadl-Trail, den viele loben, hab i zugunsten Geschwindigkeit und Airtime weglassen.

Saalbach Fazit:

Die zwei Tage Programm, verteilt auf eine Nachmittags-, eine Ganztags- und eine Vormittags-Session haben sich gelohnt und waren sehr ergiebig, allein die X-Line und der Hackelbergtrail tragen ja schon je mit 1.000 tm dazu bei, jede Menge Airtime inklusive. Da kann man öfter hinfahren!

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